Was ist Sicherheitswirtschaft?

Das Thema Sicherheit gewinnt derzeit zunehmend an Relevanz. Angesichts der terroristischen Angriffe der vergangenen Jahre bis in die jüngste Gegenwart hinein ist sie zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden – nicht nur finanziell sondern auch entwicklungstechnisch. Doch nicht nur der Terror gefährdet die Sicherheit der Menschen im Land. Aufgrund der Globalisierung und der weit auseinanderklaffenden Arm-Reich-Schere versuchen immer mehr Menschen, sich anderweitig ein Zubrot zu verschaffen: Diebstahl. Die Sicherheitstechnik verbessert sich stetig, doch das tut auch das Diebstahlgewerbe. Der wachsende Druck unter den Menschen (auch aufgrund der hohen Flüchtlingsrate) veranlasst zu Überfällen jeglicher Art. Ziel sind u. a. Flüchtlinge, junge Frauen, ältere Personen usw. Ein weites Feld bietet auch die Internetkriminalität. Die schwer fassbaren Täter sind geniale Hacker und weltweite Attacken behindern sogar die Infrastruktur. Das Feld ist noch viel größer, als so mancher vielleicht denkt. Kriminalität – wohin das Auge auch blickt. Die Hemmschwelle sinkt im gleichen Tempo wie die Gewaltbereitschaft steigt. Polizei und Gerichte kommen bei der Bearbeitung und Ahndung der Fälle kaum hinterher – bei der Einstellung von zusätzlichem Personal bleibt die Bundesregierung jedoch zurückhaltend. Einerseits ist zwar der Bedarf da, doch mangelt es offensichtlich an flüssigen Mitteln, die die entsprechende Finanzierung absichern. Die hohe Kriminalitätsrate erfordert die schnelle Entwicklung und den Einsatz ausgeklügelter Sicherheitstechnik und auch das Personal muss umfangreich geschult werden. Doch nur optimal vorbereitet, lassen sich Verbrechen vorbeugen, denn auch die Gegenseite schläft nicht.

Sicherheit – ein Urbedürfnis der Menschheit

Sicherheit früher war ganz einfach. Der Höhlenmensch hatte seine selbstgebauten Waffen, die er bei Angriffen einsetzte. Selbstjustiz ist heute jedoch verboten, umso mehr müssen Regierung und Unternehmen für die Sicherheit der Massen und des Einzelnen sorgen. Dies gelingt jedoch nur unter Einbeziehung der Sicherheitswirtschaft. Diese umfasst alle Unternehmen, die Dienstleistungen und Produkte anbieten, um den nötigen Schutz zu gewährleisten. Die entsprechenden Offerten beinhalten Kriminalität (im Alltag, Gewaltverbrechen, organisierte Verbrechen sowie Internetkriminalität), Wirtschaftsspionage und Terrorismus. Doch auch durch Naturkatastrophen und Kriege ausgelöste Krisen müssen bewältigt werden. Die betroffenen Menschen bedürfen des besonderen Schutzes vor diversen Übergriffen.

Portfolio der Sicherheitswirtschaft

In Sachen Sicherheitswirtschaft wird zwischen Unternehmen im zivilen oder militärischen Bereich unterschieden. Einige arbeiten auch auf beiden Sektoren. Etwa 83 % sind im rein zivilen Umfeld tätig und 17 % in beiden Bereichen.

Grundsätzlich können die Wirtschaftsbereiche in drei Kategorien unterteilt werden:

  • IT-Sicherheit (hier Produkte und Dienstleistungen)
  • Sicherheitstechnologien und -produkte
  • Dienstleistungen im Sicherheitsbereich

IT-Sicherheit

Das Produktportfolio fächert sich in mehreren Stufen: Verschlüsselung und Kryptographie, sicherheitsrelevantes Zubehör, Sicherheitssoftware und sonstiges. Dabei bietet die Software das breiteste Betätigungsfeld. Noch breiter aufgestellt sind die IT-Sicherheitsdienstleistungen. Prozentual steigert sich der Wirtschaftsanteil von IT-Security-Zertifizierung, digitaler Forensik mit Auswertung digitaler Spuren in den Computersystemen, IT-Sicherheitsaudits und -beratungen sowie Dienstleistungen zur IT-Sicherheit.

Sicherheitstechnik und -produkte

Im Allgemeinen liefern Studien verwertbare Ergebnisse – auch im Sicherheitsbereich. In Sachen Sicherheitstechnik und -produkte haben elektronische Zutrittskontrollsysteme den Löwenanteil, knapp gefolgt von Videosystemen. Der Anteil am Wirtschaftsgeschehen reduziert sich sukzessive: Einbruchmelde- und Alarmsysteme, Brand- und Explosionsschutzsysteme, mechanische Zutrittskontrollen, Identifikationssysteme, biometrische Authentifizierungssysteme, Kommunikationssysteme, bildgebende Verfahren, Leitzentralen & Lagenzentren Naturkatastrophen, Gefahrenstofferkennungssysteme, Schutz- und Sicherheitsbekleidung, Spezialfahrzeuge u. a.

An erster Stelle der Sicherheitsdienstleistungen steht die Beratung in Sachen Sicherheit. Platz 2 belegt der Objekt- und Wachschutz, gefolgt vom Personenschutz. Weitere Plätze belegen Personen-, Gepäck- und Warenkontrollen, private Ermittlungsdienste u. a.

Standortverteilung Sicherheitsunternehmen

Diese gestaltet sich ganz unterschiedlich. Der größte Anteil an Anbietern von Sicherheitstechnik und – dienstleistungen konzentriert sich auf den Süden und Westen Deutschlands. Hier sind vornehmlich die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Bayern zu nennen. Der Rest verteilt sich – mal mehr, mal weniger – über das gesamte Bundesgebiet. Der verhältnismäßig kleinste Anteil kommt aus Thüringen (gemessen an der Größe des Bundeslandes).

Die meisten Sicherheitsunternehmen wurden in den Jahren zwischen 1990 und 1999 gegründet. In dieser Zeit stieg die Zahl um knapp das 2 ½-fache im Vergleich zu den 1980-er Jahren. Diese Tatsache hängt sicherlich mit dem Umfang der technischen Möglichkeiten zusammen – sowohl auf Seiten der Kriminellen, als auch der Beschützenden. Die Zahl der Mitarbeiter im Sicherheitsbereich hat ebenfalls erheblich zugenommen, sodass dieser zu einem echten Wirtschaftsfaktor geworden ist und nicht mehr nur ein Nischenbereich.

Umsatzentwicklung

Eindeutig kann die Umsatzentwicklung nicht eruiert werden, da einige Unternehmen gern hinterm Berg halten. Jedoch konnte ein Trend ausgemacht werden:

Ein Großteil der Sicherheitsunternehmen dürfte im Kleinunternehmerbereich liegen mit unter 250.000 Euro Jahresumsatz. Diese haben den größten Marktanteil. Im Millionenumsatz-Bereich liegen nur wenige, vor allem wenn dieser mehrstellig wird.

Hochrechnungen

Wie schon festgestellt, gibt es keine eindeutigen Zahlen für die Sicherheitswirtschaft. Einige Kennzahlen konnten dennoch ausgemacht werden:

  • Gesamtumsatz der Sicherheitswirtschaft 2011 in Deutschland            35 Mrd. €
  • Durchschnittliches Wachstum 2011                                             3,7 %
  • Durchschnittliche Einschätzung der Umsatzentwicklung

für die gesamte deutsche Sicherheitswirtschaft für 2013                      5,5 %

 

Der Trend ist eindeutig zu erkennen und die Entwicklung der jüngeren Zeit dürfte die Zahlen zukünftig nach oben schnellen lassen. Es scheint, als ob der Sicherheitsmarkt ein ebenso sicheres Einkommen garantiert.

Sicherheit global

Der Exportanteil in Sachen Sicherheit liegt hierzulande bei nicht einmal ¼ des Gesamtanteils. Der größte Bereich ist der regionale mit 48 %, national sind es immerhin noch 31 %. Der Löwenanteil an Umsätzen kommt also aus dem eigenen Land.

Branchen der Kunden

Den größten Bedarf in Sachen Sicherheit haben einer Studie zufolge das produzierende sowie das Baugewerbe (20 %). Andere Bereiche sind:

  • Öffentliche Institutionen sowie professionelle und sonstige Dienstleistungen (je 16 %)
  • Groß- und Einzelhandel (auch KFZ) (10 %)
  • Banken, Versicherungen, Immobilien (9 %)
  • Energie, Wasser, Verkehr (8 %)
  • Private Haushalte (7 %)
  • Gastgewerbe sowie Gesundheits- und Sozialwesen (je 6 %)
  • Bundeswehr/ausländisches Militär (2 %)

Sicherheitswirtschaft – Forschung & Entwicklung, Trends

Nur 16 % aller Sicherheitsunternehmen in Deutschland haben einen Forschungsbereich. Der Rest hat lediglich ausführende Funktion.

Trends zeigen, in welche Richtung es zukünftig geht. Platz 1 belegt somit die Daten- und IT-Sicherheitstechnik, dicht gefolgt von nicht näher benannten Sicherheitssystemen. Mit geringem Abstand folgen Technologisierung und Vernetzung. Niedrig bewertet wird der Bedarf an Personen- und Objektschutz.

Noch lange kein Ende in Sicht

Sicherheit – ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, dem sich vermehrt deutsche Unternehmen widmen. Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht, denn auch Kriminalität, Krieg und Terror werden trotz aufgeklärter Zeiten nicht weniger. Solange sie noch zunehmen, ist auch die Existenz der Sicherheitswirtschaft gesichert.